Welche eBay-Gebühren zahlst du für Gebrauchtware, und wie wirken sie auf deine Marge?

Stand: 01.08.2026 · Evgenij Vyslanko, Gründer von Resaldo

Diese Seite behandelt die Gebühren für gewerbliche Verkäufer. Verkaufst du privat, prüfe deine Konditionen direkt bei eBay.

Inhaltsverzeichnis

Wovon hängt deine eBay-Gebühr ab?

Über deine eBay-Gebühr entscheiden drei Faktoren.

  • Die Kategorie, in der dein Angebot steht.
  • Der Artikelzustand, den du im Angebot auswählst.
  • Dein Servicestatus als Verkäufer.

Servicestatus heißt: eBay bewertet deine Verkäuferleistung und ordnet dich einer Stufe zu.

Ein Begriff vorab: Die Gebühr, um die es hier geht, heißt bei eBay Verkaufsprovision. Verkaufsprovision heißt: eBay behält für jeden Verkauf einen Anteil deiner Einnahmen ein. Sie besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil ist ein Prozentsatz, der zweite eine Fixgebühr pro Bestellung.

Seit dem 01.07.2026 wirkt der Artikelzustand direkt auf den Prozentsatz. In einem Teil der Kategorien gilt für gebrauchte Ware ein Satz von 5 %. In anderen Kategorien gilt dieser Satz nicht, unabhängig vom Zustand deines Artikels.

Für gebrauchte Ware ist das der entscheidende Punkt. Du rechnest die Gebühr damit für das einzelne Stück aus, nicht nach einer allgemeinen Tabelle.

Für dich als gewerblichen Verkäufer heißt das: Ein pauschaler Erfahrungswert für die eBay-Gebühr reicht nicht. Zwei Artikel zum gleichen Preis kosten dich unterschiedlich viel Gebühr. Prüfe den Satz deshalb für jedes Angebot einzeln, bevor du deinen Preis festlegst.

Wie setzt sich die Verkaufsprovision zusammen?

Die Verkaufsprovision besteht aus einem Prozentsatz und einer Fixgebühr. Den Prozentsatz berechnet eBay auf den Gesamtbetrag der Bestellung. Gesamtbetrag heißt: Du rechnest mit allem, was der Käufer zahlt.

Zum Gesamtbetrag gehören deshalb auch die Versandkosten und die im Verkaufspreis enthaltene Umsatzsteuer. Die Versandkosten an den Käufer weiterzugeben, senkt deine Verkaufsprovision nicht. Rechne die Verkaufsprovision immer vom vollen Betrag, den der Käufer zahlt.

Die Fixgebühr hängt von der Bestellhöhe ab: Sie beträgt 0,35 € pro Bestellung, bei Bestellungen über 10 € sind es 0,45 €. Sie kommt zum Prozentsatz dazu.

Alle Sätze und Beträge nennt eBay ohne Umsatzsteuer.

Wann gilt der Satz von 5 % für gebrauchte Artikel?

Der Satz von 5 % gilt, wenn drei Bedingungen zusammenkommen. eBay hat diese Regel zum 01.07.2026 eingeführt. Fehlt eine der Bedingungen, rechnet eBay mit einem anderen Satz.

  1. Deine Kategorie gehört zu den umgestellten Kategorien. eBay hat einen Teil der Kategorien auf die neue Regel umgestellt, den Rest nicht. Umgestellt sind zum Beispiel Geräte, Zubehör, Musikinstrumente, Garten und Heimwerker. Die Grenze verläuft dabei nicht immer entlang der großen Bereiche, sondern teilweise entlang einzelner Unterkategorien. Prüfe deshalb die konkrete Kategorie deines Angebots.
  2. Im Angebot steht einer von fünf begünstigten Artikelzuständen. Das sind die folgenden fünf:
    • "Neu: Sonstige"
    • "Zertifiziert/Hervorragend/Sehr gut/Gut - Refurbished"
    • "Vom Verkäufer generalüberholt"
    • "Gebraucht"
    • "Gebraucht - Hervorragend/Gut/Akzeptabel"
  3. Dein Servicestatus liegt über der Stufe "Unterdurchschnittlich". Auf der untersten Stufe gilt der Satz von 5 % nicht, dann berechnet eBay die Verkaufsprovision nach einer anderen Regel. Deinen aktuellen Status siehst du in deinem eBay-Konto.

Der richtige Zustand allein senkt deine Gebühr also nicht. Erst die Kombination aus Kategorie, Zustand und Servicestatus bringt den Satz von 5 %.

Quelle für die Sätze und Bedingungen: eBay-Verkäuferportal, Seller-News Juni 2026 "Gebührenänderungen" und die dortigen Gebührenseiten. Geprüft am 31.07.2026. Die Sätze ändern sich immer wieder, prüfe sie vor eigenen Kalkulationen direkt bei eBay.

Warum zahlst du für gebrauchte Kleidung mehr als für gebrauchte Technik?

Weil eBay die Kategorie Kleidung & Accessoires nicht umgestellt hat. Der Satz von 5 % gilt dort für keinen einzigen Artikelzustand. Der Zustand deines Artikels ändert den Satz in dieser Kategorie nicht.

In Kleidung & Accessoires liegt der Prozentsatz bei 12 % auf den Gesamtbetrag bis 990 €. Auf den Anteil über 990 € fallen 3 % an. Dazu kommt wie überall die Fixgebühr pro Bestellung.

Kleidung und Schuhe haben bei eBay außerdem eine eigene Zustandsskala. Manche Bezeichnungen darin klingen wie die fünf begünstigten Zustände. Der gleiche Wortlaut bringt dir den niedrigen Satz trotzdem nicht. Über den Satz entscheidet die Kategorie.

Sneaker folgen einer eigenen Regel. Hier hängt der Satz vom Preis des Artikels ab. Ab 100 € sind es 7 %, unterhalb von 100 € sind es 12 %. Ob die Grenze von 100 € für den Verkaufspreis oder für den Gesamtbetrag gilt, ist nach unserer Kenntnis offen. Prüfe das vor der Kalkulation direkt bei eBay.

Modeschmuck ist eine typische Falle. Er steht bei eBay nicht unter Kleidung & Accessoires, sondern unter Uhren & Schmuck. Dort gilt ein anderer Satz. Prüfe deshalb, in welcher Kategorie dein Angebot tatsächlich steht.

Handelst du mit beidem, brauchst du zwei getrennte Kalkulationen. Für Technik rechnest du mit einem niedrigen Satz, für Kleidung mit einem hohen. Ein gemeinsamer Durchschnittswert über dein ganzes Sortiment führt dich in die Irre. Wie groß der Abstand ausfällt, zeigt das Rechenbeispiel weiter unten.

Welche Gebühren fallen unabhängig vom Zustand an?

Unabhängig vom Zustand fallen die Fixgebühr, die Angebotsgebühr und weitere Posten an. Der Artikelzustand spielt bei keinem davon eine Rolle. Ein Begriff vorab: Das Shop-Abo ist ein monatliches Paket von eBay, mit dem ein Teil deiner Angebote gebührenfrei ist.

  • Die Fixgebühr pro Bestellung. Sie beträgt 0,35 €, bei Bestellungen über 10 € sind es 0,45 €. Weder Kategorie noch Zustand ändern daran etwas.
  • Die Angebotsgebühr ohne Shop-Abo. Die Angebotsgebühr zahlst du für das Einstellen eines Angebots, also unabhängig davon, ob du verkaufst. Ohne Shop-Abo kostet ein Festpreisangebot 0,35 € und eine Auktion 0,50 €. Mit Shop-Abo ist ein Teil deiner Angebote gebührenfrei.
  • Anzeigen. Mit einer Anzeige sicherst du deinem Angebot eine bessere Platzierung. Den Tarif legst du selbst fest, möglich sind 2 % bis 100 %. Dieser Aufschlag kommt zu deiner Verkaufsprovision hinzu.
  • Das Shop-Abo. Ob sich ein Abo rechnet, hängt von der Zahl deiner Angebote ab. Die aktuellen Preise nennt eBay im Verkäuferportal.
  • Internationale Verkäufe. Verkaufst du ins Ausland, kommen zusätzliche Gebühren hinzu. Dazu gehört auch eine Gebühr für die Währungsumrechnung. Die Höhe nennt eBay im Verkäuferportal.
  • Rückgaben. Liegt der Grund für die Rückgabe bei dir als Verkäufer, behält eBay die Fixgebühr ein. Erstattest du dem Käufer nur einen Teilbetrag, bekommst du den prozentualen Teil der Verkaufsprovision anteilig zurück.
  • Alle Beträge ohne Umsatzsteuer. eBay nennt seine Sätze und Gebühren netto. Was auf deiner Abrechnung dazukommt, hängt von deinem Umsatzsteuer-Status ab. Umsatzsteuer-Status heißt: Du weist entweder Umsatzsteuer aus oder du fällst unter die Kleinunternehmerregelung. Kläre das mit deinem Steuerberater.

Rechenbeispiel: derselbe Preis, zwei Kategorien

Was bleibt von deinem Verkaufspreis übrig?

Übrig bleibt deine Marge, und die eBay-Gebühren sind dabei nur ein Kostenblock von mehreren. Vom Verkaufspreis gehen außerdem der Einkaufspreis, der Versand, die Verpackung und die Umsatzsteuer ab. Erst nach allen Posten kennst du deine Marge.

Marge heißt hier: Dir bleibt der Betrag, der nach allen Kosten pro Artikel übrig ist. Sie ist nicht dasselbe wie die Differenz nach § 25a des Umsatzsteuergesetzes (UStG). Die Differenz ist Verkaufspreis minus Einkaufspreis. Die Umsatzsteuer steckt in dieser Differenz und wird aus ihr herausgerechnet. Was die Differenzbesteuerung verlangt, erklärt der Ratgeber zur Differenzbesteuerung.

Der Gebührenanteil wirkt direkt auf deine Marge. Zwei Artikel mit gleichem Einkaufspreis und gleichem Verkaufspreis bringen dir unterschiedlich viel, sobald sie in unterschiedlichen Kategorien stehen.

Für die Praxis heißt das: Dieselbe Rechnung geht in zwei Kategorien unterschiedlich aus. In einer umgestellten Kategorie bleibt eine Marge übrig, in Kleidung & Accessoires kann sie ins Minus rutschen. Trage den Gebührenanteil deshalb schon in deine Kalkulation ein. Bei sehr günstigen Artikeln wiegt allein die Fixgebühr schwer.

Kaufst du Ware im Paket ein, etwa als Retouren-Palette, kommt ein Schritt dazu. Du teilst den Einkaufspreis nachvollziehbar auf die einzelnen Artikel auf. Den Ablauf beschreibt der Ratgeber zu Retouren-Paletten.

Typische Fehler bei den eBay-Gebühren

Diese sechs Punkte sorgen in der Kalkulation regelmäßig für falsche Zahlen.

  • Den Satz von 5 % für die ganze Gebühr halten. Der Satz betrifft nur den Prozentsatz. Die Fixgebühr pro Bestellung kommt dazu.
  • Den Prozentsatz nur vom Verkaufspreis rechnen. eBay rechnet vom Gesamtbetrag inklusive Versand. Wer den Versand auslässt, setzt seine Gebühren zu niedrig an.
  • Die Fixgebühr übersehen. Bei günstigen Artikeln fällt sie prozentual deutlich ins Gewicht. Bei knapper Kalkulation entscheidet sie über Gewinn oder Verlust.
  • Bei Kleidung auf den Zustand "Gebraucht" setzen. In Kleidung & Accessoires ändert der Zustand den Satz nicht. Die Kategorie entscheidet.
  • Netto-Sätze für Endbeträge halten. eBay nennt seine Gebühren ohne Umsatzsteuer. Was dazukommt, hängt von deinem Umsatzsteuer-Status ab.
  • Bei einer Rückgabe die volle Erstattung erwarten. Liegt der Grund bei dir als Verkäufer, behält eBay die Fixgebühr ein.

eBay-Gebühren automatisch erfassen mit Resaldo

Resaldo ist ein Cockpit für gewerbliche Reseller von Gebrauchtware. Die eBay-Gebühren kommen aus dem CSV-Import deiner Verkäufe. Resaldo ordnet sie dem einzelnen Artikel zu und rechnet sie in die Kalkulation ein. Ein geschätzter Durchschnittssatz reicht dafür nicht.

Du siehst damit pro Artikel, was nach Gebühren, Versand und Umsatzsteuer übrig bleibt. Differenz und Marge bleiben dabei getrennt. Die Differenz nach § 25a UStG dient der Steuer, die Marge deinen Entscheidungen. Für den Steuerberater erstellt Resaldo eine Auswertung deiner Verkäufe für den Abrechnungszeitraum, aufbereitet für die Differenzbesteuerung.

Zur Abgrenzung: Resaldo ist keine Steuerberatung und ersetzt keine Finanzbuchhaltung. Resaldo bereitet deine Zahlen so auf, dass du und dein Steuerberater damit arbeiten können.

FAQ

Warum gilt der Satz von 5 % für mein Angebot nicht?

Dafür gibt es drei mögliche Gründe. Erstens gehört deine Kategorie nicht zu den umgestellten Kategorien. Zweitens steht im Angebot ein anderer Artikelzustand als die fünf begünstigten. Drittens liegt dein Servicestatus auf der Stufe "Unterdurchschnittlich".

Zahle ich Provision auch auf die Versandkosten?

Ja. eBay berechnet den Prozentsatz auf den Gesamtbetrag der Bestellung. Dazu gehören der Verkaufspreis mit der enthaltenen Umsatzsteuer und die Versandkosten. Daran ändert sich nichts, wenn du den Versand übernimmst.

Welche Gebühren fallen an, wenn ein Artikel nicht verkauft wird?

Die Verkaufsprovision fällt nur bei einem Verkauf an. Die Angebotsgebühr zahlst du dagegen schon für das Einstellen. Ohne Shop-Abo kostet ein Festpreisangebot 0,35 € und eine Auktion 0,50 €. Mit Shop-Abo ist ein Teil deiner Angebote gebührenfrei.

Bekomme ich die Gebühren bei einer Rückgabe zurück?

Das hängt vom Grund der Rückgabe ab. Liegt der Grund bei dir als Verkäufer, behält eBay die Fixgebühr ein. Erstattest du dem Käufer nur einen Teilbetrag, bekommst du den prozentualen Teil der Verkaufsprovision anteilig zurück. Plane Rückgaben deshalb als eigenen Kostenpunkt ein.

Gilt der Satz von 5 % auch für gebrauchte Kleidung?

Nein. eBay hat die Kategorie Kleidung & Accessoires nicht umgestellt. Der Zustand ändert den Satz dort nicht. Es bleiben 12 % auf den Gesamtbetrag bis 990 € und 3 % auf den Anteil darüber.

Sind die eBay-Gebühren netto oder brutto?

eBay nennt seine Sätze und Beträge netto, also ohne Umsatzsteuer. Was auf deiner Abrechnung dazukommt, hängt von deinem Umsatzsteuer-Status ab. Kläre diesen Punkt mit deinem Steuerberater. Rechne die Gebühren danach passend in deine Kalkulation ein.

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